Matthias Engels: Sentimentale Eichen

Münsterlandkrimi. D 2012, Schardt Verlag

Quelle: Schardt-Verlag

Im Bauhaus-Museum in Steinfurt-Borghorst in der Nähe von Münster ist ein Gemälde verschwunden. Die beiden Kommissare Gisbert van de Loo (zugezogen aus dem Rheinland, genauer gesagt aus Köln) und Strothkamp (westfälisches Urgestein) aus Münster werden mit den Ermittlungen betraut. Es gibt keinerlei Einbruchsspuren, dafür aber diverse falsche Fährten, und die eine oder andere Person, die mit der Stiftung zu tun hat, verhält sich ziemlich merkwürdig. Für van de Loo sind die Ermittlungen nicht einfach, denn man muss eigentlich Westfale sein, um die Westfalen zu verstehen. Trotzdem ist er im Team mit Strothkamp erfolgreich. Weiterlesen

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J. D. Robb: Stich ins Herz

Quelle: Blanvalet Verlag

Ein weiterer Thriller um die Mordermittlerin Eve Dallas und ihren superreichen, superschönen und supertollen Ehemann Rourke. Dieses Mal geht es um den Mord an zwei Schönheitschirurgen, Vater und Sohn. Beide starben durch einen einzigen Stich ins Herz. Weiterlesen

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Mein Lieblingsbuchladen ist weg!

Schon wieder. Erst war es Spaethe in Moers. Das war ein schöner Laden, besonders die Krimiabteilung. Der Buchhändler dort kannte sich gut aus. Die Buchhandlung war in einem schönen, komplett verwinkelten und, zugegeben, unpraktischen Haus in der Altstadt untergebracht. Ich bin gern hingegangen. Doch dann drohte Thalia am Horizont und die Besitzer entschlossen sich, an Thalia zu verkaufen, was auf jeden Fall eine gute Entscheidung war, gemäß dem Spruch: Wenn du den Feind nicht besiegen kannst, dann verbünde dich mit ihm. Glücklicherweise wurden die Angestellten übernommen, das machte es weniger schlimm.

Mein zweiter Lieblingsladen war der Kochbuchladen „Kochlust“ in Berlin-Mitte. Jedes Mal, wenn ich dort war, ging ich dorthin und habe oft genug ein Buch als Mitbringsel gekauft (nicht für mich natürlich, denn meine Talente erstrecken sich nicht aufs Kochen, außer Gulasch, da bin ich Meister). Doch letztes Jahr – zack, weg war er. Verschwunden nach Kreuzberg in die Räumlichkeiten von „Coledampf & Companies“. Das kann ich zwar gut verstehen, aber irgendwie ist Kreuzberg für mich aus der Welt. Ich komme so gut wie nie aus Mitte raus (Ausnahme: siehe unten). Und der neue Platz, egal wie nett, kann mit dem alten, engen, vollgestopften Laden natürlich nicht konkurrieren.

Aber der ultimative Verlust hat mich jetzt getroffen. In den letzten Jahren war es für mich immer ein Ritual, wenn ich ein paar Tage in Berlin war, für ein paar Stunden im Hugendubel gegenüber der Gedächtniskirche abzutauchen. Da habe ich dann in alle möglichen Bücher reingeguckt und auch immer mindestens eins mitgenommen. Und jetzt fahre ich also wieder erwartungsvoll zum Tauentziehn und… Tür zu, Laden leer. So ein Elend! Einfach weg. Eine Internet-Recherche ergab, dass der Standort wohl ein bisschen zu teuer war. Ich kann es zwar verstehen – bei Mieten um die 150 Euro pro Quadratmeter – aber ich bin doch ein bisschen traurig. Und was ich bestimmt nie vergesse: als ich einmal kurz vor Weihnachten dort war, konnte ich durch das Fenster im Buchcafé eine Parade von Weihnachtsmännern, Rauschgoldengeln und Elchen auf Motorrädern sehen. Welcher andere Buchladen hat schon so etwas zu bieten?

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Markus Heitz: Oneiros – Tödlicher Fluch

Quelle: Knaur Verlag

Deutschland 2012, Knaur Taschenbuch

Konstantin Korff ist Thanatologe, also jemand dessen Beruf es ist, mit dem Tod umzugehen. Nicht nur durch seinen Beruf und seinen Alltag im Bestattungsinstitut Ars Moriendi ist er mit dem Tod wohlvertraut, sondern es geht weit darüber hinaus. Er hütet ein dunkles Geheimnis. Er ist Mitglied (nicht freiwillig) einer Gruppe von Menschen, die ungeahnte und sehr gefährliche Eigenschaften haben. Obwohl er sich seit Jahren von seinesgleichen fernhält und seine Gabe liebend gern loswürde, wird er wieder in Geschehnisse verwickelt, die zu einer Katastrophe führen, wenn er sie nicht aufhalten kann. Gegen alte und neue Feinde, an den verschiedensten Schauplätzen, kämpft er gegen den tödlichen Fluch.

Ein Fantasy-Thriller aus Deutschland. Spannend zu lesen, obwohl manchmal die Sprache etwas hölzern erscheint, Das Geheimnis von Konstantin wird ein kleines bisschen zu lange herausgezögert, es gibt ziemlich viele Schauplätze, manche Figuren und ihre Beweggründe erscheinen nicht so schlüssig, doch die Idee ist gut und das Buch ist leicht zu lesen. Obwohl ich nicht oft Fantasy lese, hat mir „Oneiros“ gut gefallen.

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Laura Brodie: Stimmen in der Nacht

OT: All The Truth, USA 2012, D 2012, dtv

Quelle: dtv-Verlag

Dieses Buch habe ich an einem Sonntag ausgelesen. Es ist weniger ein Thriller/Krimi, als vielmehr ein Psychogramm, obwohl es zunächst ganz den Anschein erweckt. Vor 9 Jahren geschah im Elternhaus der inzwischen 15jährigen Maggie eine Bluttat und diese Geschichte wird in dem Roman aufgerollt. Meist sieht die Leserin die Geschehnisse aus Maggies Blickwinkel, doch auch andere Menschen kommen zu Wort. Direkt die ersten Szenen ziehen einen in die Geschichte und tatsächlich ist es der Autorin gelungen, mich zunächst auf eine völlig falsche Fährte zu locken. Weiterlesen

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Ken Bruen: Jack Taylor liegt falsch

OT: The Killing of the Tinkers, Irland 2002, D 2012, dtv

Zwei Sachen reizten mich, diesen Krimi zu lesen: erstens die Tatsache, dass Harry Rowohlt persönlich ihn übersetzt hat und zweitens der Klappentext: „Noch nie war ein Detektiv so blau und so belesen“. Aber ganz ehrlich, er hat mir nicht gefallen. Jack Taylor, Ex-Polizist, Alki, Kokser und eine wandelnde Katastrophe, ist aus England nach Irland zurückgekehrt. Dort versucht er sich als Privatdetektiv und wird von einem Zigeuner/Landfahrer (in Irland „Tinker“ genannt) angeheuert, um herauszufinden, wer seine Leute (des Tinkers Leute) umbringt. Die Polizei kümmert sich nicht um ermordete Landfahrer.

Das hört sich erst mal interessant an. Aber ich habe mich ziemlich durch das Buch durchgekaut. Statt einer durchgehenden Handlung wimmelt es von literarischen Zitaten und Anspielungen auf Autoren, von denen ich im Leben noch nichts gehört habe (und ich habe nicht wenig gelesen). Dann ist die Sprache derart lakonisch und die Lebenswirklichkeit von Jack Taylor so trostlos und irgendwie „unsortiert“, dass ich stellenweise einfach nicht kapiert habe, was gerade passiert, und vor allem warum. Irische Eigenheiten und ein vollgekokstes Gehirn sind für die Verständlichkeit nicht hilfreich. Würde ich den Kerl im wahren Leben kennenlernen, würde ich ihm vermutlich einen Tritt in seinen Allerwertesten verpassen und ihn vor die Tür setzen, oder bemitleiden, wie man es mit Leuten macht, die früher mal was drauf hatten und heute die kompletten Versager sind.

Erst ab Mitte des Buches hatte ich den Eindruck, ich würde mal was verstehen, aber das ist mir zu wenig. Kann sein, dass es hochliterarischen Zeitgenossen ganz toll gefällt, aber mir nicht. Das war Jack Taylors zweiter Fall und für mich auch sein letzter.

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Stephen King: Die Arena

OT: Under the Dome, USA 2009, D 2011, Heyne Verlag

Ich habe ein paar Bücher von Stephen King gelesen, die waren wirklich gut: unter anderem

Quelle: Heyne Verlag

„Sie“ (unglaublich), „Es“ (so gruselig, dass ich mich nicht getraut habe, es im Bett zu lesen) oder „The Stand“ (absolute Spitze). Andere waren nicht so toll und ich hatte in den letzten Jahren irgendwie keine Lust mehr auf den Autor. Aber dieses Buch hat mich vom Thema her gereizt. Eines Tages stülpt sich aus heiterem Himmel eine Art unsichtbare Kuppel über die Kleinstadt Chester’s Mill. Keiner kann rein, keiner raus. Das Thema ist das gleiche wie in Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ von 1963. Der Unterschied ist, dass bei Haushofer die Protagonistin allein ist (schwierig genug), in Chester’s Mill aber ca. 2000 Menschen leben. Weiterlesen

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Massimo Carlotto & Mama Sabot: Tödlicher Staub

Quelle Verlag Tropen

OT: Perdas de fogu, Italien 2008, 2012 Verlag Tropen im Klett-Cotta

Haben Sie schon mal überlegt, nach Sardinien in Urlaub zu fahren? Ich schon, aber nach diesem Thriller ist das Thema für mich gegessen. Auf Sardinien werden nämlich Waffentests durchgeführt, im Gebiet Salto di Quirra und auch im Seegebiet nicht weit entfernt. Dabei handelt es sich nicht nur um „konventionelle“ Waffen, sondern auch Waffen mit Uranprojektilen, die beim Auftreffen Nanopartikel freisetzen (die gleichen, die beim Einstürzen der Twin Towers freigelegt wurden). Diese gelangen durch schlichtes Einatmen in den Körper (man muss also nicht getroffen werden) setzen sich dort fest und verursachen Tumore inklusive der Schädigung von Erbgut. Die Krebsrate bei den Soldaten, die das Gelände bewachen, ist enorm hoch. Als ich das gelesen hatte, konnte ich es zunächst gar nicht glauben, habe es dann im Internet recherchiert – unter anderem bei der TAZ – und es stimmt tatsächlich. Das vergällt einem gründlich die Lust auf einen Urlaub auf der Insel. Weiterlesen

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