Jutta Profijt: Kühlfach zu vermieten

Quelle: dtv-Verlag

Als ich ein Kind war, konnte ich nicht schlafen, wenn ich Geistergeschichten gelesen hatte. Mit 19, in meiner ersten eigenen Wohnung, habe ich bei Licht geschlafen, wenn ich Christopher Lee als Dracula im Fernsehen gesehen hatte. Später waren es Bücher von Stephen King, die ich lieber nur bei Tageslicht gelesen habe. Aber diesen Geist hier, Pascha, die Nervensäge, den nimmt man liebend gern mit ins Bett. Da hat man wirklich Spaß. Pascha sieht das Leben, wie es ist, und obwohl er in Köln sein Unwesen treibt, könnte er auch ein Ruhri sein. Diese Schnodderschnauze! Wunderbar.

Pascha ist ein toter kleiner Gauner, dessen Seele einfach nicht in den Himmel (oder die Hölle, wer weiß das schon) entschwinden möchte. Daher ist er gezwungen, die Zeit in Köln totzuschlagen. Unglücklicherweise kann er dabei nur mit einem einzigen Menschen kommunizieren, dem Pathologen Dr. Martin Gänsewein, eine Seele von Mensch, nur leider so was von langweilig. Politisch korrekt, ehrlich, sich biologisch perfekt ernährend, niemals ein Widerwort zu seinen Vorgesetzen und voller rücksichtsvoller Ehrfurcht vor Frauen. Was man von Pascha alles nicht behaupten kann. Pascha liebt Frauen, sogar jetzt, nach seinem Tod.

Das Leben der beiden ungleichen Freunde kommt ganz schön in Bewegung, als Martin einen neuen Chef bekommt, der nach streng ökonomischen Regeln die Leichenbeschauer durchorganisieren will. Er kommt sogar auf die verwegene Idee, ungenutzte Kühlfächer an fremde Bestatter zu vermieten, um die Kosten zu optimieren. Das führt zu ersten Irritationen. Als nächstes wird eine Leiche geklaut und eine zweite wird gehäutet. Das bringt natürlich Pascha und seine kriminalistischen Fähigkeiten auf den Plan. Eigentlich ist er ja von der schönen Irina abgelenkt, doch als dann auch noch ein richtiger Überfall stattfindet, macht er sich ans Werk. Und Martin muss mit ran, ob es ihm passt oder nicht. Sie kommen dabei einer ganz fiesen Bande auf die Spur.

Witzig und kein bisschen langweilig. Gebt mir mehr!

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Eine Antwort auf Jutta Profijt: Kühlfach zu vermieten

  1. JuttaProfijt sagt:

    Liebe Kirsten Peters,
    ich bin zufällig über dieses Blog und die Rezension meines Buchs „Kühlfach zu vermieten“ gestolpert. Am Ende fordern Sie: Gebt mir mehr! Okay, ich schreibe gerade am vierten Band der Reihe, Sie müssen sich nur noch ein kleines Weilchen gedulden.
    Auch Ihre anderen Rezensionen haben mir viel Spaß gemacht, sie sind nicht nur inhaltlich sondern auch stilistisch ansprechend. Also sage ich auch: Mehr davon!
    Herzlichst
    Jutta Profijt