David Baldacci: Die Kampagne

OT: The Whole Truth, USA 2008, D 2010

Warum Zeit damit verschwenden, die Wahrheit zu ergründen, wenn man sie ebenso erschaffen kann?

Der Verschwörungstheoretiker Nummer 1 hat wieder zugeschlagen. Dumm nur, dass es gar nicht so weit hergeholt scheint. Nicolas Creel, einer der größten Rüstungsfabrikanten der USA, hat Probleme. Im Zuge der allgemeinen Abrüstung brechen seine Umsätze ein und sein Milliardenvermögen ist in Gefahr. Weiterlesen

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Dick Francis: Totes Rennen

OT: Hot Money, GB 1987

Alternativer deutscher Titel: Mammon

Dick Francis ist dieses Jahr im Alter von 90 Jahren auf den Cayman-Inseln gestorben. Ein Verlust für Fans altmodischer Krimis. Ich habe alle seine Krimis gelesen und dieser hier gehört zu meinen Lieblingsexemplaren.

Malcolm Pembroke, auch scherzhaft Midas genannt, schwimmt im Geld. Was er auch anfasst – meistens Gold – vermehrt sich. Bei Geschäften hat er immer Glück, was man allerdings von seinem Eheleben nicht behaupten kann. Seine erste Frau hasst ihn wie die Pest, die zweite ist auch nicht wesentlich milder gestimmt. Die dritte hasst ihn zwar nicht, ist ihm aber auch nicht sonderlich zugetan. Die vierte ist bei einem Autounfall zu Tode gekommen und die fünfte, von allen die Schlimmste, wurde ermordet. Natürlich vermutet die Polizei zunächst, dass Malcom der Täter ist, da Moira, die Tote, im Begriff war sich scheiden zu lassen und einen Gutteil seines Vermögens und vor allem auch das Haus „Quantum“, das der Familie schon seit Jahren gehört, einzusacken. Man kann ihm die Tat aber nicht nachweisen. Weiterlesen

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Deborah Crombie: Wenn die Wahrheit stirbt

OT: Necessary as blood, GB 2009, D 2010

Endlich mal ein englisches Ermittlerduo /-paar, das nicht ständig von Schuldgefühlen und privaten Tragödien niedergedrückt wird. Erfrischenderweise führen Inspector Gemma James und Superintendent Duncan Kincaid eine relativ normale Beziehung inklusive Patchworkfamilie. Sie haben natürlich auch Probleme, denn sie haben während einer Schwangerschaft ein Kind verloren und Gemmas Mutter liegt mit Krebs im Krankenhaus. Doch trotzdem waten sie nicht die ganze Zeit in Trauer und Unglück und das gefällt mir gut. Weiterlesen

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Martha Grimes: Inspektor Jury lichtet den Nebel

OT: Help the Poor Struggler

Kanada 1985, spielt in England

Inspektor Jury von Scotland Yard wird zu einem Mord gerufen. Ein Kind ist ermordet worden, ein 10-jähriger Junge. Kurz darauf muss ein weiterer Junge sterben, direkt in der nächsten Grafschaft. Im Zuge der Ermittlungen trifft Inspektor Jury auf Divisional Commander Macalvie, der einem amerikanischen Gangsterfilm entsprungen zu sein scheint. Trotz der unterschiedlichen Charaktere der beiden kommen sie gut miteinander zurecht. Weiterlesen

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Dorothy Gilman: Mrs. Pollifax

USA 1966 – 2000

Wer kennt heute noch Mrs. Pollifax, die wehrhafte Witwe aus New Jersey, Vorsitzende des Gartenclubs und reich gesegnet mit Kindern und Enkeln? Leider so gut wie niemand mehr, denn die Bücher stammen hauptsächlich aus den 60ern und 70ern.

Mrs. Pollifax langweilt sich, nachdem ihr Mann gestorben ist, und selbst der Gartenclub füllt ihr Leben nicht aus. Und so steht sie eines Tages im Büro der CIA, bei den Herren Carstairs und Bishop, und bietet Ihnen an, als Agentin für sie zu arbeiten. Nachdem die beiden sich erst mal gründlich abgelacht haben, geben sie ihr dennoch einen kleinen Auftrag, ganz ungefährlich. Leider läuft das Ganze nicht so wie vorhergesagt und Mrs. Pollifax kommt in große Gefahr. Natürlich besteht sie alle Anforderungen bravourös.

Im Zuge der Agententätigkeit kommt sie ganz schön herum: Albanien, China, Sambia, Schweiz, das goldene Dreieck… Überall ist sie erfolgreich (denn wer vermutet in der reizenden Großmutter mit Enkelfotos schon eine gewiefte Agentin mit Karatekenntnissen) und lernt dabei noch ganz nebenbei Ihren zweiten Ehemann, den pensionierten Richter und Hobbyornithologen Cyrus Reed kennen und lieben.

Die Bücher zu lesen macht mir immer wieder Spaß. Mrs. Pollifax hat Ähnlichkeit mit Miss Marple, ist allerdings nicht so altjüngferlich und wesentlich aktiver, eben amerikanischer. Nichtsdestotrotz ist ihre Kenntnis der menschlichen Natur ähnlich wie die ihrer englischen Kollegin. Der Reiz der Bücher ist das altmodische „Whodunit“ oder eher, wer ist nicht der, der er zu sein scheint? Eine überschaubare Anzahl von Protagonisten und eine Heldin, die man einfach lieben muss. Es existiert eine Verfilmung mit Angela Lansbury in der Hauptrolle. Ich habe ihn leider nicht gesehen, doch ich kann mir vorstellen, dass das genau die richtige Besetzung ist.

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John Sandford: Mordlust

OT: Invisible Prey, USA 2007, D 2010

Lucas Davenport ist Sonderermittler in den Twin Cities, St. Paul und Minneapolis. Er wird zu einem politisch brisanten Fall hinzugezogen. Ein Staatssenator soll mehrfachen Sex mit einer Minderjährigen gehabt haben. Während Davenport damit beschäftigt ist herauszufinden, ob die Vorwürfe der Wahrheit entsprechen, ereignet sich ein Doppelmord. Eine reiche alte Dame, Mrs. Bucher, und ihre Haushälterin werden brutal erschlagen und ihr Haus verwüstet. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass es kein zufälliger Mord gewesen sein kann, denn es fehlen wertvolle Antiquitäten. Nach und nach tauchen eine Reihe ähnlicher Fälle auf: immer starben reiche alte Leute, immer verschwanden wertvolle Möbel, Bilder, Porzellan und Schmuck. Es gibt nur eine Verbindung zwischen ihnen: eine Anzahl wertvoller Quilts, die mit Verwünschungen ausgestattet sind.

Wieder ein sehr spannender Thriller von John Sandfort. Lucas Davenport zählt zu meinen Lieblingsermittlern und er enttäuscht auch diesmal nicht. Der Plot ist ganz schön verwickelt, obwohl die Mörder dem Leser relativ früh bekannt sind. Somit entfällt die Frage „Wer war es?“, doch dadurch wird es nicht langweilig. Nachdem ich schon so viele Thriller von Sandfort gelesen habe, ist es so, als würde man alte Freunde wiedertreffen, z. B. den „verdammten Flowers“ und den Ermittler mit dem sagenhaft schönen Namen „Del Capslock“.

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Donna Leon: Lasst die Kinder zu mir kommen

OT: Suffer the Little Children, D 2008

Commissario Brunettis sechzehnter Fall. In diesem Buch gibt es keinen einzigen Toten, doch ein Thema, das um so trauriger ist.

Mitten in der Nacht dringen schwerbewaffnete Carabinieri in die Wohnung eines bekannten Kinderarztes ein, um seinen – illegal adoptierten, doch heißgeliebten – Sohn zu holen. Der Arzt wird dabei schwer verletzt. Commissario Brunetti wird ans Krankenbett gerufen und hat seine liebe Mühe herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Der verletzte Mann selbst kann nicht sprechen und seine Frau scheint eigenartig unberührt von der ganzen Angelegenheit. Langsam schält sich ein Teil der Wahrheit heraus: der Arzt ist in eine großangelegte Untersuchung geraten, in der es um illegale Adoptionen geht. Die Situation geht Commissario Brunetti, selbst Vater von zwei Kindern, gewaltig an die Nieren. Die Kinder, die aus ihren Familien unvermittelt herausgerissen werden, kommen nicht etwa zurück zu ihren Familien, sondern landen in einem staatlichen Waisenhaus. Was gibt es Schlimmeres für ein Kind? Und auch die Eltern stehen einer Situation gegenüber, die sich ähnlich auswirkt wie der Tod eines Kindes.

Bei all den Berichten über Kinder, die „verkauft“ werden, vergisst man oft eins. Nicht alle Kinder erwartet ein schreckliches Schicksal. Das ist sicherlich häufig der Fall, doch oft sind es auch einfach Menschen, die sich nach einem Kind sehnen und keines bekommen können. Sie lieben „ihr“ Kind, vollkommen egal wo es herkommt und keiner kann mir erzählen, dass ein Kind aus einem afrikanischen, rumänischen oder sonstwie Waisenhaus, wo es ohne Eltern und ohne Zukunft leben muss, nicht besser dran ist, wenn es von einer Familie adoptiert wird. Wurzeln sind ja vielleicht ganz wichtig, aber eine Zukunft auch. Man muss seine Wurzeln ja nicht verleugnen. Liebevolle Adoptiveltern, legal oder nicht, werden schon dafür sorgen, dass das Kind eine Beziehung zu seiner Herkunft aufbaut.

Das Buch hat ein sehr packendes Thema, das vermutlich niemanden kalt lässt. Trotzdem ist es nicht der beste Roman von Donna Leon. Es lässt den Leser irgendwie unbefriedigt zurück.

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David Baldacci: Im Takt des Todes

OT: Simple Genius, USA 2007, D 2009

Und schon wieder ein Krimi von David Baldacci! Aber nachdem mir der erste so gut gefallen hat (Die Wächter) habe ich sofort den nächsten in Angriff genommen und auf einen Rutsch durchgelesen.

Sean King, privater Ermittler und ehemaliger Secret-Service-Mann, wird engagiert, um einen Todesfall in einer streng geheimen Forschungsanlage, Babbage Town, zu untersuchen. Ein führender Mitarbeiter hat angeblich Selbstmord begangen und das auf einem Gelände, das der CIA gehört und strengstens bewacht ist. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Babbage Town. Seans Partnerin, Michelle Maxwell, kann bei diesem Auftrag nicht mitwirken, da sie sich selbst in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen hat, um dem Geheimnis ihres mehr und mehr selbstzerstörerischen Verhaltens auf die Spur zu kommen. Der Psychiater ist ein alter Freund von Sean King und setzt alles daran, seiner Patientin zu helfen.

Sean versucht derweil, näheres über den Tod des Mathematikers herauszufinden. Dabei lernt er auch die 11jährige Tochter Viggie kennen, die zwar einiges zu wissen scheint, doch nicht in der Lage ist, ihr Wissen auf normalem Wege zu artikulieren. Sie ist ein mathematisches Genie, doch ansonsten eher autistisch. Als Sean sieht, dass er so nicht weiterkommt, ruft er seinen Psychiaterfreund zur Hilfe. Diesem folgt Michelle auf dem Fuß. Doch je weiter die drei in ihren Untersuchungen vorwärts kommen, desto verwickelter wird die Geschichte und um so mehr Knüppel bekommen sie zwischen die Beine geworfen.

Baldacci ist eine Art Verschwörungstheoretiker und prangert mit Vorliebe Dinge an, die seiner Meinung nach in den USA schieflaufen. Auch dieses Mal hat er sich den Missbrauch von Staatsgewalt zum Thema gemacht. Interessant, aber nicht wichtig, sind die Erläuterungen über mathematische Forschungen und Quantenforschung, doch wieder einmal die alte Enigma-Maschine der Nazis in die Geschichte einzubauen, finde ich persönlich etwas langweilig. Interessant sind die Wendungen, die die Geschichte nimmt. Immer wenn man glaubt, dass man den Plot durchschaut hat, kommt wieder etwas neues, Personen sind nicht die, die sie zu sein scheinen und der Leser wird mehr als einmal in die Irre geführt.

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